OOTD – Ein Feldversuch

7.2.17

OOTD. Nein, das ist keine neue Geschlechtskrankheit oder eine neue Bezeichnung für auffälliges Verhalten von Grundschülern, auch wenn auch ich den Begriff erstmal googlen musste, nachdem ich vor einigen Monaten zum ersten Mal darüber gestolpert bin. Google spuckte mir auch sofort die Bedeutung dieser Abkürzung aus, die wohl nur unter Fashion- und Instagram Bloggern, sowie stillen Bewunderern eben solcher ansatzweise als bekannt eingestuft werden könnte. 

OOTD = Outfit of the Day. 

Tja, damit hättet ihr jetzt nicht gerechnet oder? Ja, auch die Klamotten, die ihr heute am Leib tragt, haben einen Szene-Namen. Meine Damen und Herren – herzlich Willkommen im 21. Jahrhundert.

Aber nun einmal ganz objektiv – was genau bedeutet das eigentlich? Dutzende Fashion Blogger machen es euch jeden Tag vor. Instagram ist ebenfalls voll von wunderschönen Fotos mit wunderschönen Frauen die wunderschöne Klamotten tragen und diese auch noch ganz natürlich und breitlächelnd zur Schau stellen, als gäbe es nichts Schöneres im Leben, als in der neuen gepunkteten Bluse von Armani durch die Gegend zu laufen. Natürlich sehen all diese Schnappschüsse so aus, als wären es Momentaufnahmen, denn schließlich ist mit dem OOTD euer Alltagsoutfit gemeint, mit dem ihr ganz natürlich durch die Gegend lauft.
Hier geht's zum NOPE-Shirt :)

Eigentlich sind weder Heidi noch ich Fashion-Fanatiker, geschweige denn Fashion Blogger. Allerdings haben wir letzte Woche eine unheimlich süße Mail von Kater Likoli bekommen, der uns freundlicherweise zwei seiner genialen und frechen T-Shirts zugeschickt hat. Wir dachten uns, wir nutzen die Gelegenheit! Unter dem Motto "Was Fashion-Blogger können, das können wir schon lange" haben wir uns einmal angeschaut, was hinter dem OOTD so alles steckt. Lasst uns chronologisch vorgehen: 

1. Auswahl des Outfits. 

Das Herzstück eures Vorhabens. Denn mit eurem Outfit wollt ihr natürlich hervorheben, dass ihr Style besitzt und dass ihr nur blind in euren Kleiderschrank greifen musstet, um das perfekt aufeinander abgestimmte und trendige Outfit in den Händen zu halten. Die passenden Accessoires dazu waren ebenfalls nur einen Handgriff entfernt. Alles in allem braucht ihr natürlich nur 5 Minuten um mit 3 Griffen das perfekte OOTD aus eurem Schrank zu ziehen. Zumindest soll dieser Eindruck entstehen…

Denn die Realität sieht vollkommen anders aus.

In Realität steht ihr mit eurer Freundin vor eurem Schrank mit einem Meer aus Klamotten darin, die alle Stück für Stück vom Kleiderbügel gerissen werden und ihren Platz auf dem Boden finden. Passt diese Jeans besser zum Shirt oder soll es doch eher ein Chique-Look werden und die kurze schwarze Hotpants bekommt ihren Platz unter den Favoriten? Tja, die Qual der Wahl, denn der Kleiderschrank der Frau ist leider Gottes unendlich groß wenn es um solche Entscheidungen geht und gleichzeitig doch irgendwie leer. Wenn alles gut läuft haltet ihr eine Weile später – nach hitzigen Diskussionen und einem Workout, das aus Klamotten-an-und-Klamotten-wieder-aus-Wiederholungen besteht - endlich das fertige Outfit in der Hand. Hat auch nur rund eine gute Stunde gedauert!

2. Auswahl der Location 

Tja wir sind noch lange nicht fertig. Denn jetzt, wo ihr das perfekte Outfit herausgepickt habt, brauchen wir noch die perfekte Location. Das allein war bei uns schon problematisch, da wir beide einen Vollzeitjob haben und es mit der zusätzlich nicht wirklich eingeplanten Stunde, die wir für das Outfit heraussuchen und anprobieren verschwendet haben, draußen nämlich schon zappenduster war. Ist der Winter nicht etwas Wundervolles? Also hatten wir uns zuerst logischerweise für Indoor-Fotos in meiner Wohnung entschieden. Konnte ja nicht so schwer sein, ein paar schöne Fotos auf der Couch in angenehm gestreutem Licht der Stehlampe zu bekommen.

Joah, Pustekuchen.

Eine Stunde später, die wir damit verbracht haben meine Nachbarn zu ärgern indem wir meine komplette Wohnung auf den Kopf gestellt haben (Couch herumschieben, Tisch lustig durch die Gegend drehen, die Lampe einmal an allen verfügbaren Steckdosen des Wohnzimmers anzuschließen und die Kamera auf einem Regal mit Feuerzeug und Aushilfsstativ zu fixieren), saßen wir beide vollkommen fix und fertig auf dem Boden und haben gemerkt, dass ein relativ kleines Wohnzimmer nicht der beste Ort für ein Festbrennweiten Objektiv ist. Also mussten wir wohl oder übel doch vor die Haustür.  

Vorteil am Stadtleben? Man findet immer ein Plätzchen, das von Straßenlaternen und Autolichtern erhellt wird.Nachteil am Stadtleben? Ihr steht in einer Traube aus Menschen und müsst versuchen um sie herum ein brauchbares Foto zu bekommen ohne euch wie der letzte Depp zu fühlen.

3. Die Pose 

So, nun steht ihr also in Mitten der Münchner Innenstadt aufgetakelt wie ein Pudel und dürft euch im spärlichen Licht nicht mehr als zwei Zentimeter nach links oder rechts bewegen um den Fokus der Kamera nicht wieder vollkommen zu vermurksen. Dabei müsst ihr unmenschliche Verrenkungen vollbringen, denn einfach normal auf zwei Beinen dazustehen und in die Kamera zu Lächeln sieht leider alles andere als gut aus. Es heißt also Schultern zurück, Hüfte im 56° Grad Winkel eindrehen, dabei das Gewicht auf einem Bein Balancieren, alle Haarsträhnen bändigen, die sich immer wieder verselbstständigen und das Wichtigste dabei: so aussehen als hättet ihr unglaublichen Spaß dabei. (Spoiler: Habt ihr nicht!) Nebenbei seid ihr natürlich die Hauptattraktion der kompletten Hauptstraße und dürft die neugierigen Blicke von Fußgängern ignorieren, die euch Sekunde für Sekunde aufs Neue mustern und dann aber trotzdem schön breit ins Bild marschieren - für die extra Prise Mobbing.

4. Photoshop 


Nein, wir sind immer noch nicht fertig, ihr Lieben. Denn leider könnt ihr auch mit der besten Kamera keine Bilder machen, die auch nur ansatzweise mit den Foto- und Fashion-Bloggern mithalten können. Warum? Weil auch diese Geschöpfe der Perfektion ihre Fotos niemals ohne eine Generalüberholung in Photoshop online stellen würden. Aus den 500 Bildern, die ihr also geschossen habt, müsst ihr erst einmal eins heraussuchen, das alle Kriterien erfüllt: Das Bild ist gestochen scharf, der Bildausschnitt passt, eure Verrenkungen von eben sehen natürlich aus, die Lichtverhältnisse passen noch und euer Gesichtsausdruck zeigt nicht im geringsten an, wie unbequem die Stunde in der Kälte eigentlich war. Mit dieser Beschreibung könnt ihr schon einmal 495 Bilder aussortieren. Dann geht es an die…nennen wir es einmal nett ‚Optimierung‘ eures Bildes. Der Kontrast wird nach oben gedreht, Unreinheiten werden beseitigt und kleinere Speckröllchen waren gestern! Alles in allem liegen in jedem Bild wohl zwischen 1-2 Stunden Retusche-Arbeit bis ihr euer fertiges OOTD Foto dann endlich in den Händen halten könnt. Und Tadaaaa- so einfach habt ihr euer vollkommen spontanes Outfit of the Day – Foto mit einer netto Aufwandszeit von nur rund 5 Stunden!


Das wunderbare Shirt gibt es übrigens hier bei Likoli


Unser Fazit? Bei aller Liebe – aber diese Fotos sind alles andere als spontan und Momentaufnahmen. Jedes einzelne Foto hat uns einige graue Haare und mindestens 45 Minuten Lebenszeit gekostet. Ein Aufwand den ich definitiv nicht jeden Tag brauche. So interessant sind meine alltäglichen Outfits sowieso nicht, denn am wohlsten fühle ich mich immer noch im Batman-Pulli.

Liebe Fashion-Bloggerinnen - Hand aufs Herz - wie lange braucht ihr für eure Fotos? An dieser Stelle einmal Chapeau an euch und den Aufwand den ihr regelmäßig betreiben müsst. Sowohl Heidi als auch ich haben dem OOTD auf jeden Fall abgeschworen - auch wenn wir beide ziemlich große Fans unserer neuen Shirts sind.

Hier nochmal ein großes Dankeschön an Likoli. Falls euch die Shirts gefallen, schaut mal bei ihnen vorbei!


~ in Kooperation mit Likoli ~







× By Nessa ×

Hi, ich bin's, der freundliche Redhead aus der Nachbarschaft. 24 Jahre alt und damit zu jung um sich alt zu fühlen aber zu alt um sich jung zu fühlen. #storyofmylife. München nenne ich mein Zuhause und ja, ich vertrage mehr Bier als du!

Ich stehe mit Rat und Tat in so ziemlich allen Lebenslagen zur Seite, auch wenn du mich niemals 100% in eine Schublade stopfen kannst - Ich stelle mich mit dem gleichen Elan Lippenstifttests, wie ich in der ersten Reihe im Moshpit zu finden bin. Ganz nach dem Motto: I'm not even on drugs - I'm just weird :D

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8 Kommentare

  1. Haha sehr schön und vor allem so wahr xD Ich bin zwar kein Fashion-Blogger, aber ich lebe mit einem Fotografen zusammen und ja, keines dieser ach-so-spontan Fotos ist wirklich einfach nur spontan xD Dafür sind sie zu gut und zu professionell ^^

    Liebste Grüße,
    Vivka

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    1. Liebe Vivka,
      Hahaha ja das denke ich mir nämlich auch. Ein einfacher Schnappschuss mit dem Handy sieht einfach ganz anders aus, als diese tollen Bilder die einem von Fashion-Bloggern immer entgegenfliegen :)

      Liebst,
      Nessa

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  2. Was für süße T-Shirts. Die gefallen mir wirklich gut. Ja, ich brauche viel zu lange für ein Outfit! Und nerven kostet es mich jedes Mal viele, da ich einfach nicht mit meiner Kamera umgehen kann :-D

    Liebe Grüße Kristina von KDsecret

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    1. Liebe Kristina,
      Ja nicht wahr? Wir sind auch vollkommen zufrieden mit ihnen. Die Sprüche sind der Burner und auf dem Kater Likoli-Online Shop gibt es gefühlt noch drölf Millionen mehr davon ;)

      Liebst,
      Nessa

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  3. was für eine tolle geschichte und ich kenne das nur zu gut
    und darf ich kurz erwähnen,
    wie toll deine haare sind :D

    schau dir gerne mein neues Youtube Video an HIER

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    1. Liebe Amelie :)
      Vielen lieben Dank für den netten Kommentar. Wir sind beide auch zugegebenermaßen sehr zufrieden mit den Haarfarben ;) Muss man ja auch mal sagen :)

      Liebst,
      Nessa

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  4. Dein Schreibstil ist echt klasse - gefällt mir! Ebenso der Beitrag! Toll, habt eine neue Leserin ♥
    Ganz liebe Grüße
    Kristine | kristykey

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    1. Liebe Kristy,
      Ah das ist wie Honig für die Seele. Vielen vielen Dank für deinen lieben Kommentar und wir freuen uns unglaublich dich als Leserin gewonnen zu haben <3

      Liebst,
      Nessa

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