Do It Yourself - oder lieber doch nicht?

3.2.17




Wir kennen es alle. Man scrollt durch Instagram, Facebook oder Pinterest - oder geht vollkommen Oldschool an einem Schaufenster vorbei - und sieht die momentan hyper-trendigen Klamotten im ripped-Style oder ganz einfach nur die perfekte Dekoration für die hauseigene Wohnzimmerkuschelecke. Je nach dem vor welchem Schaufenster ihr eben herumspaziert. Der Kopf wirft sofort die mentale Angel aus und aus irgendeinem Grund ist ein Leben ohne Shirt XY oder die Lavendel-Glitzer-Kerze mit Einhornspuren nicht mehr möglich. Sobald man dann jedoch einen Blick auf das Preisschild wirft und eine kurze und deprimierende Gleichung mit seinem Monatsgehalt aufstellt, überlegt man es sich lieber drei Mal ob man für die „Lavendel-Glitzer-Kerze mit Einhornspuren“ 30€ hinblättern möchte oder ob das zerrissene T-Shirt mit passenden aufgeschlitzten Jeans wirklich 150€ kosten müssen, wenn derselbe Look mit heilen Klamotten die Hälfte kostet. 

Hier kommen die Heimwerker-Profis unserer Generation ins Spiel. Ihr wisst schon: Die, die im Handwerken Unterricht in der Grundschule schon die Streber der Nation waren und während ihr noch versucht habt eine rechte Masche abzuheben, bereits ihr komplettes Winteroutfit fertig gestrickt hatten. Wer Pinterest und Youtube nicht vollkommen ignoriert ist bestimmt schon einmal auf einen Do-it-Yourself Guru gestoßen und hat sich das ein oder andere Video zu den ‚Top 10 einfachsten und schnellsten DIY Dekorationsideen‘ oder zu ‚500$-Look selbstgemacht‘ angesehen.


Leute – ich habe Gelnägel! Erwartet ihr von mir tatsächlich, dass ich mich mit Pinzette und Vergrößerungsglas an meinen Schreibtisch setze und versuche Strass Steine auf eine Strumpfhose zu kleben oder Ösen an Ketten anzubringen? 

… 

Gut – genau das habe ich getan, denn die Gleichung von Monatsgehalt vs. Dinge auf der Shopping List war ziemlich ernüchternd. Und immerhin sieht es so einfach aus, wenn die DIY-Gurus ihre Scheren, Pinzetten und Bastelkleber in die Hand nehmen um sich ihre Looks selbst zu basteln. Also habe ich mich an etwas gesetzt, das laut allwissenden Gurus super einfach und schnell selbst zu machen geht: Die Ripped Jeans. Alles was wir brauchen ist eine Schere, eine Pinzette und ein bisschen Geduld. So die Ansage des lächelnden Mädels im Video. Gut – ran an den Speck! 


Ich saß also an meinem Schreibtisch, habe munter Schlitze in meine alte Jeans geschnitten und mich ziemlich penibel an die Vorlage gehalten. Soweit so gut. War eigentlich ganz easy. Jetzt kommt der Part mit "Ihr braucht ein wenig Geduld" denn wir sind noch lange nicht fertig. Mit Scheren-Schlitzen sieht meine Jeans momentan nämlich eher so aus als wäre ich von einem wilden Waschbär angefallen worden. 

Es gilt also die kleinen Fäden und ausgefransten Enden herbei zu zupfen um den kategorischen Ripped Jeans Effekt zu erreichen. Das macht ihr mit der Pinzette. Und mit ein bisschen Geduld. 

 Ein BISSCHEN Geduld. 

Ich lache und weine innerlich denn nach 1 ½ Stunden tollwütigen Herumzupfens saß ich immer noch beim ersten Schlitz und verfluchte langsam aber sicher das Mädel, das mir immer noch vom Bildschirm entgegenlächelte. Nach zwei Stunden, in denen ich gerade einmal das erste Bein halb zurecht operiert hatte und mittlerweile auf einer Wolke von blauem Jeansflaum saß, der quer durch meine Wohnung flog hat es mir dann gereicht.

Die volle Ausbeute nach über einer Stunde Zupfen x_x

Die Jeans lernte fliegen und landete in der Ecke aus der ich sie ursprünglich einmal gerettet habe. 

Fazit: Es hat zwar funktioniert und das eine Bein ist nun definitiv ripped, aber so eine Tortur nehme ich nur noch einmal auf mich, wenn man mir dafür einen Stundenlohn bezahlt, der sich gewaschen hat und anschließend eine Woche Wellness-Urlaub spendiert. Ich muss dazu allerdings erwähnen, dass ich handwerklich absolut nicht begabt bin und man für all diese DIY-Tutorials wohl mindestens einen Knochen im Körper braucht, der weiß, wie rum man den Bastelkleber einsetzt. Vielleicht hätte ich auch mit noch etwas einfacherem anfangen sollen. Bunte Gewürzmischungsgläschen zum Beispiel. Die sollen ja auch der Hit sein – auch wenn ich nicht so wirklich nachvollziehen kann wer sich über so etwas freut, wenn das Curry-Pulver, das man eigentlich möchte unter einer Schicht Paprika und Hähnchengewürz vergraben ist, nur damit man einen schönen dreifarbigen Übergang bekommt. 

Aber hey – was weiß ich schon. Wir haben ja gerade etabliert, dass ich in diesem Leben definitiv kein DIY-Ass mehr werde.




× By Nessa ×

Hi, ich bin's, der freundliche Redhead aus der Nachbarschaft. 24 Jahre alt und damit zu jung um sich alt zu fühlen aber zu alt um sich jung zu fühlen. #storyofmylife. München nenne ich mein Zuhause und ja, ich vertrage mehr Bier als du!

Ich stehe mit Rat und Tat in so ziemlich allen Lebenslagen zur Seite, auch wenn du mich niemals 100% in eine Schublade stopfen kannst - Ich stelle mich mit dem gleichen Elan Lippenstifttests, wie ich in der ersten Reihe im Moshpit zu finden bin. Ganz nach dem Motto: I'm not even on drugs - I'm just weird :D

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13 Kommentare

  1. Toller Blogpost! Habe beim Lesen ganz schön schmunzeln müssen und mich auch ein wenig selbst wieder gefunden ;-)

    Liebe Grüße und ein schönes Wochenende
    Anja

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  2. Great post dear

    Would you like follow each other? :)
    http://theloth.blogspot.com/

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  3. Klasse, dass du es probiert hast. Super geschrieben !!!

    Ich wünsche dir eine wunderschönes Rest-Wochenende.

    Liebste Grüße
    Claudia von minnja.de

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  4. Oh, tolles Thema :-). Ich finde, wenn man DIY super kann- ist es eine tolle Sache. Wenn man es jedoch nicht kann, sieht es einfach schlimm aus :-)
    Liebst, Melina
    www.melinaalt.de

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  5. Nice work my dear and beautiful video!!! Have a nice day, kisses (and thank you for your visit),
    Eni

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  6. Wow, your blog is amazing! I love it! xx
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  7. Haha, sehr sehr lustig geschriebener Text :D

    Ich gehöre da wohl eher zu der Streberfraktion, ich liebe es, Dinge nach meinem Geschmack zu verändern, das klappt auch meistens, manchmal auch nicht, aber das macht mir dann auch nichts :)

    Liebste Grüße,
    Ricarda von CATS & DOGS: http://www.wie-hund-und-katze.com

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  8. wirklich cooler Post :)
    http://alinapunkt.blogspot.de/

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  9. Oh ich weiss genau, was du meinst! Aber der Wille war da :) Das ist doch alles, was zählt!
    Liebst, Carmen - http://www.carmitive.com

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  10. Liebe Heidi

    So ein toller Bericht! Machte echt spass alles zu lesen!

    Die Idee finde ich einfach genial! Danke Dir für die Inspiration!

    Hab einen schönen Montag!

    xoxo Jacqueline
    My Blog - HOKIS

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  11. Ich mag ehrlich gesagt DIY super gerne und mache auch selbst jeweils welche, als nächstes kommt ein DIY-Schuhregal online ^^ Aber es muss ja nicht jeder rumbasteln und bei Kleidern (bis auf Batiken, das ist Hammer, ok und vielleicht Nieten an eine Jeansjacke) lass ich es lieber bleiben.

    Liebe Grüsse

    Priscilla

    BEAUTYNATURE

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  12. Hahaha :D Sehr unterhaltend!

    Ich finde solche DIYs auch immer nett anzusehen, beuge aber Unfälen vor und kaufe die Dinge dann doch direkt so wieich sie gerne hätte :D

    Liebe Grüße
    Amy ♥ von A NICE AMY

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  13. Toll geschrieben! Ich versuche mich auch gerne an DIY`s. Manchmal klappt es und manchmal geht es daneben. Aber naja der Versuch zählt doch auch und für die Male bei denen es dann ein super Ergebnis gibt, mache ich es auch immer wieder.

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